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Statement: "Stückelplanungen bringen uns nicht weiter."

Statement der Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe e.V. zu den jüngsten Planungen des Bau- und Planungsausschusses, Teile in der Hagenstraße um eine Fußgängerzone zu erweitern:

„Die Attraktivität von Bad Oldesloe ist abhängig von einem positiven und stimmigen Gesamtbild, in dem sich Besucher sicher und gut aufgehoben fühlen. Dazu gehört neben einem zeitgemäßen Branchenmix auch eine leistungsfähige Infrastruktur mit ausreichend Parkplätzen und ein ansprechendes Straßenbild.

Daher begrüßen wir grundsätzlich die Sanierungspläne in der Hagenstraße.

Mit Skepsis und einiger Verwunderung sehen wir es allerdings, wenn die Politik zu einem Zeitpunkt, an dem Fachplanungen zu den Baumaßnahmen bereits fortgeschritten sind, gravierende Nutzungsänderungen für die betroffenen Abschnitte quasi aus dem Bauch, ohne längere Erörterung und Abwägung der Folgen beschließt, so wie am vergangenen Montag im Bau- und Planungsausschuss geschehen. Das alles ohne vorherige Bürgerinformation beziehungsweise Beteiligung der Betroffenen. Die Hagenstraße von zwei Seiten zur Sackgasse zu machen und um eine Fußgängerzone zu erweitern, ist ein erheblicher Einschnitt in die Rechte der Bürger und Anlieger. Daher sollten vor einer endgültigen Entscheidung die Folgen gründlich geprüft und besprochen werden.

Ein Blick in andere Städte zeigt, dass in Kommunen der Einzelhandel nach Einführung einer Fußgängerzone über weniger Kunden und sinkende Umsätze klagt. Nicht zuletzt deshalb sollte die Politik genau prüfen, welche Auswirkungen die Erweiterung der Fußgängerzone sowohl auf die Absatzchancen des in der Hagenstraße ansässigen Handels als auch auf die örtliche Verkehrssituation hat. Bei der Baustelle rund um den Bau des KuB wurde temporär eine ähnliche Situation geschaffen, wie sie jetzt von der Politik angedacht ist: eine Sackgassensituation aus Richtung Lübecker Straße mit Ampelschaltung zum Peters Parkplatz. Die Erfahrung aus der Bauphase zeigt, dass anliegende Geschäfte bereits während dieser vergleichweise kurzen Zeit Umsatzeinbußen hatten, weil die Geschäfte weniger stark frequentiert wurden. Führen kostspielige Ampellösungen in der Folgezu kleinen Staus wegen der Längen der Phasen, verlängert sich die Zufahrts- und Ausfahrtzeit zum Parken und verprellt potentielle Kunden der Innenstadt.

Das Vorgehen bei der Sanierung der Hagenstraße zeigt, dass wir mehr denn je eine grundsätzliche sowie mittel- bis langfristige städtebauliche Überplanung der gesamten Innenstadt brauchen. Stückelplanungen für einzelne Abschnitte ohne Gesamtkonzept bringen uns nicht weiter. Ziel aller Beteiligten muss sein, die Bad Oldesloer Innenstadt an die stark veränderten Rahmenbedingungen hinsichtlich Handel, Dienstleistung und Wohnen anzupassen. Dazu bedarf es der sorgfältigen Analyse und langfristiger Überlegung, möglichst unter Einbeziehung externer Expertise.

Als Wirtschaftsvereinigung stehen wir den politischen Gremien, betroffenen Unternehmen und der Verwaltung für unterstützende Gespräche gerne zur Verfügung."


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